Interview mit Geschäftsstellenleiter Christoph Weber 

Christoph Weber leitet die Geschäftsstelle Kapellen der Sparkasse am Niederrhein.

Christoph Weber leitet die Geschäftsstelle Kapellen der Sparkasse am Niederrhein.

NIEDERRHEIN. Christoph Weber ist ein erfahrener Kundenberater der Sparkasse am Niederrhein. Der zweifache Vater weiß, wie wichtig es ist, junge Menschen früh gegen Risiken abzusichern und auch an ihre private Altersvorsorge zu denken. Bei diesen Stichworten schaut er nicht selten in überraschte Gesichter von Auszubildenden, Studierenden und deren Eltern. Aber nur solange, bis er mit ihnen ihre Wünsche und Ziele besprochen hat.

Herr Weber, in diesem Jahr werden wieder viele junge Leute ihre Schulzeit beenden und eine Ausbildung oder ein Studium beginnen, was raten Sie ihnen? 

Christoph Weber: Einen ganz allgemeinen Rat gibt es da nicht. Beginnen junge Menschen eine Ausbildung, ist es ja meistens so, dass sie noch zu Hause leben, aber schon über ein monatliches Einkommen verfügen. In diesem Fall schaue ich gerne mit den jungen Kunden ganz individuell auf ihre Wünsche und Ziele. Dabei wird schnell klar, für ein Auto oder einen Urlaub und was auch immer brauchen sie einen bestimmten Betrag. Zunächst lohnt es sich also, auf solche Ziele hinzusparen.

Studierende haben in der Regel noch kein festes Einkommen, was raten Sie ihnen?
 
Wenn ich die Chance dazu bekomme, setze ich sogar schon früher an. Bei uns ist es ja ganz oft so, dass bereits die Eltern der Kinder und Jugendlichen, die ich später beraten darf, unsere Kunden sind. Als Vater zweier Kinder im Alter von 17 und 15 Jahren weiß ich, wie wichtig es ist, sie schon jetzt gegen Berufsunfähigkeit und andere Risiken abzusichern.
 
Ist das nicht ein bisschen sehr früh?   
 
Könnte man meinen, aber bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass das viele Vorteile mit sich bringt. Erstens zahlt man ganz geringe monatliche Raten bei vollem Schutz. Zweitens gilt dauerhaft der Gesundheitsstatus zu Beginn der Versicherung, das kann später ein Riesenvorteil sein. Und drittens weiß niemand, was morgen passiert. 
 
Wie ist es mit dem Thema private Altersvorsorge?
 
Daran denken junge Menschen natürlich gar nicht oder zuletzt, dabei ist auch das unglaublich wichtig. Hier gilt: Je früher ich anfange, desto mehr kommt am Ende dabei raus. In dem bereits angesprochenen Beratungsgespräch mit Auszubildenden oder Berufseinsteigern zeichne ich immer eine Lebensachse auf. Als Wünsche und Ziele tauchen da das Auto, der Urlaub und irgendwann der Traum von der eigenen Immobilie auf. Wir sprechen dann auch über Lebensrisiken wie Unfälle und Berufsunfähigkeit und natürlich auch über den Beginn des längsten Urlaubs.
 
Des längsten Urlaubs, was meinen Sie damit?
 
Jedes noch so schöne Berufsleben geht mal zu Ende. Junge Menschen sind gut beraten, dieses Ende heute schon mitzudenken. Denn jeder weiß, dass die gesetzliche Rente nicht ausreichen wird, den bis dahin erreichten Lebensstandard zu halten.
 
Was raten Sie also?
 
Der erste Schritt ist eine betriebliche Altersvorsorge. Dazu ist jeder Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet. Arbeitnehmer dürfen frei entscheiden, wie und wo sie die Zuschüsse des Arbeitgebers in ihre Altersvorsorge investieren wollen. Auch die staatliche Förderung für die private Altersvorsorge sollte sich niemand entgehen lassen. Daneben rate ich aber unbedingt auch, privat vorzusorgen, sei es nun in Fonds, Aktien oder einer Rentenversicherung. Man kann mit kleinen Beträgen von 25 Euro im Monat starten und das dann dynamisch, so wie es passt, erhöhen. In jedem Fall gilt: Je früher, je besser. Und irgendwann wird sich jeder dankbar an den guten Rat erinnern, möglichst früh privat vorzusorgen.
 
18. Januar 2023
 

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